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Spendenaktion Hofladen Paula Neu

Ort: Linha Teotônia im Bundesstaat Rio Grande do Sul
Größe des Hofs: 7,3 Hektar
Gründung: 1980

Ausgangssituation: Paula Neu bewirtschaftet mit ihrem Ehemann Darci Neu einen 7,3 Hektar großen Hof in Linha Teotônia, unweit von Agudo, auf dem die beiden Landwirte über einen Zeitraum von 25 Jahren vor allem Tabak angepflanzt haben.

In Verlauf dieser Zeit haben die Landwirte wenig in den Hof investieren können, da die Erträge des Tabakverkaufs wenig Spielraum dazu ließen.

Ein Ausstieg aus dem mäßig lukrativen Tabakanbau schien dem Ehepaar – trotz harter Arbeit – unmöglich, denn es ist den beiden lange Zeit nicht gelungen, genug Geld dafür zur Seite zu legen.

Als bei Paula Neu immer massivere gesundheitliche Probleme auftraten, die die behandelnden Ärzte auf den jahrzehntelangen Umgang mit den im Tabakanbau eingesetzten Agrochemikalien zurückführten, musste das Ehepaar handeln.

Vor fünf Jahren schließlich haben die beiden Landwirte den Tabakanbau eingestellt und damit begonnen, das Anbaumodell ihres Hofs zu überdenken.

Sie legten einen großen Gemüse- und einen Obstgarten an und fingen mit der Haltung von Schweinen, Hühnern und Milchkühen an. Die Erzeugnisse dienten vorwiegend dem Eigengebrauch.

Mit dem Einstieg in das Projekt Kleinbauern im ländlichen Raum von STÄDTE OHNE HUNGER im Jahr 2012 änderte sich dies. Die beiden Landwirte begannen damit, gezielt Bio-Lebensmitteln anzubauen und zu verarbeiten: Frischmilch, Sahne, Käse und Eier, Wurst und Fleisch sowie Gemüse und unverarbeitetes und verarbeitetes Obst gehören zu den Erzeugnissen, die das Ehepaar produziert und mit Hilfe von STÄDTE OHNE HUNGER vermarktet.

Um das ökologische Gleichgewicht auf ihren Flächen wiederherzustellen, wird heute ein Teil davon als natürliche Kuhweide genutzt, ein anderer, in der Nähe einer Bachlandschaft gelegener Bereich wurde wieder aufgeforstet.

Der inzwischen 65-jährige Paula Neu geht es seit einiger Zeit deutlich besser, auch wenn sie sich bis heute kontinuierlich in medizinischer Behandlung befindet und regelmäßig verschiedene Medikamente einnehmen muss.

Was möchte STÄDTE OHNE HUNGER erreichen: Zur unkomplizierteren Vermarktung ihrer Erzeugnisse würde Paula Neu gern einen eigenen Hofladen aufbauen, in dem sie ganzjährig ihre Erzeugnisse verarbeiten und verkaufen kann. Die aktuelle Lösung ist für die gesundheitlich beeinträchtigte, deutschstämmige Landwirtin sehr beschwerlich.

Der direkte Kontakt zu ihren Kunden, der mit Gleichaltrigen vorwiegend in der deutschen Sprache, die sie bis heute gut beherrscht, erfolgt, liegt der Mutter dreier Kinder sehr am Herzen und hilft ihr dabei, besser mit ihren durch den Tabakanbau verursachten Erkrankungen umzugehen.

Wie möchte STÄDTE OHNE HUNGER zum Ziel kommen: Aktuell betreibt keiner der Projektteilnehmer von STÄDTE OHNE HUNGER einen klassischen Hofladen.

Bislang werden die Erzeugnisse aus den Gemeinschaftsgärten in São Paulo und die der Kleinbauern im ländlichen Raum unter überdachten Holzverschlägen in den Gärten beziehungsweise auf den Höfen verkauft.

Im Aufbau des Hofladens sieht STÄDTE OHNE HUNGER ein interessantes Pilotprojekt, denn die Verarbeitung und der Verkauf könnten an einem Ort erfolgen und wären auch bei schlechten Witterungsbedingungen angenehmer für Landwirte und Kunden.

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