Der STÄDTE OHNE HUNGER-Beirat

 

 

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Dr. med. Michael Berndsen

Chefarzt der Abteilung für Obere Extremität, Hand- und Mikrochirugie am Immanuel Krankenhaus Berlin

Dr. med Michael Berndsen ist seit September 2013 Chefarzt der Abteilung Obere Extremität, Hand und Mikrochirurgie des Immanuel Krankenhauses Berlin. Er führt die Facharztbezeichnung Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Zusatzbezeichnung Handchirurgie.

Seit Anfang 2013 verfolgt der Mediziner die Arbeit von STÄDTE OHNE HUNGER. „Der Ansatz der Organisation, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, überzeugt mich sehr: STÄDTE OHNE HUNGER befähigt Menschen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich längerfristig eine eigene berufliche Existenz aufzubauen“, sagt Berndsen. „Daraus erwächst eine gesellschaftliche Teilhabe, die sich wiederum auf die soziale Gesundheit der Projektbeteiligten auswirkt“, erklärt er.

„Weitere gesundheitliche Benefits bestehen unter anderem in der landwirtschaftlichen Arbeit als solcher und in der Verbesserung der Ernährungssituation von Erwachsenen und Kindern“, führt Berndsen aus.

„Zusammen mit meinem Netzwerk möchte ich STÄDTE OHNE HUNGER beraten und dazu beitragen, die wichtige Arbeit der Organisation in Fachkreisen bekannt zu machen“.

 

 

Thiago Soares Barbizan

Food Systems Officer, ICLEI – Local Governments for Sustainability

Der Brasilianer Thiago Soares Barbizan spezialisierte sich beruflich auf nachhaltige Stadtentwicklung. In Brasilien arbeitete er im Sekretariat für Wohnungswesen der Stadtverwaltung von São Paulo (SEHAB). Für die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) war Barbizan in Kairo und Gizeh tätig. Seit Anfang 2018 trägt Barbizan als Food Systems Officer für ICLEI – Local Governments for Sustainability im World Secretariat in Bonn maßgeblich zu der ICLEI-Agenda für städtisch-regionale Ernährungssysteme sowie der Entwicklung des ICLEI-RUAF CITYFOOD Network bei.

Barbizan studierte in Brasilien und Deutschland Architektur und Stadtplanung. Im Rahmen seiner Abschlussarbeit im Masterstudiengang Urban Management an der Technischen Universität Berlin zum Thema “Integrating urban and peri-urban agriculture into public policies to improve urban growth: São Paulo as a case study” (2011) analysierte Barbizan den Zusammenhang zwischen den politischen Rahmenbedingungen der Ernährungssicherheit in Brasilien/São Paulo und dem Entstehen der Projekte Gemeinschaftsgärten und Schulgärten der Organisation CIDADES SEM FOME.

„Die Arbeit der brasilianischen Organisation beweist, dass eine ganzheitliche Perspektive auf städtisch-regionale Ernährungssysteme praktisch umsetzbar ist. Die Projekte verbinden Gesundheit, Bildung, schaffen Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten und tragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei”, erklärt Barbizan.

Im STÄDTE OHNE HUNGER-Konzept der urbanen Landwirtschaft sieht er ein großes Potential für nachhaltige Stadtentwicklung: „Neben ihren zahlreichen Vorteilen für die lokale Bevölkerung leisten die Gärten einen Beitrag zu internationalen Zielen der nachhaltigen Entwicklung wie den Sustainable Development Goals (SDGs) und der New Urban Agenda.“ Er betont: „Das erfolgreiche Konzept der Projekte der urbanen Landwirtschaft von CIDADES SEM FOME ist in jeder Stadt replizierbar, die ihr Ernährungssystem nachhaltiger und auch gegenüber klimatischen Veränderungen resilienter gestalten möchte“.

Barbizan unterstützt die Entwicklung und Vernetzung der Organisation international durch sein umfangreiches berufliches und akademisches Netzwerk rund um das Thema nachhaltige Ernährungssysteme.

 

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Prof. Undine Giseke

Leiterin des Fachgebiets Landschaftsarchitektur.Freiraumplanung am Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Technischen Universität Berlin

1977-1984: Studium der Landschaftsplanung an der Technischen Universität Berlin

1987: Mitbegründerin des Büros Becker Giseke Mohren Richard – bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin

seit 2003: Universitätsprofessorin an der Technischen Universität Berlin, Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Leiterin des Fachgebiets Landschaftsarchitektur.Freiraumplanung

Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL)

Prof. Undine Giseke leitete von 2005 bis 2014 das internationale Forschungsprojekt „Urbane Landwirtschaft als integrierter Faktor der Stadtentwicklung, Casablanca“ (Urban Agriculture as an Integrative Factor of Climate-Optimised Urban Development, Casablanca (UAC)/Morocco) im Rahmen der deutschen Megacitiesforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Das Projekt hat sich als ein transdisziplinäres Projekt verstanden und ein entsprechendes Forschungslayout und Methoden entwickelt. Innerhalb dieses Forschungskontextes hat sich das Themenfeld der Urbanen Landwirtschaft als integrierender Ansatz der Wissensproduktion in der Lehre und Forschung des Fachgebiets etabliert.

Über die Betreuung der Masterarbeit von Thiago Soares Barbizan 2010 und 2011 wurde Prof. Undine Giseke auf die Projekte von STÄDTE OHNE HUNGER aufmerksam. Eine Mitarbeit im wissenschaftlichen Beirat der Organisation sieht sie als persönliches und transdisziplinäres Anliegen.

„Es ist vor allem die Vielschichtigkeit der Projekte, verbunden mit der produktiven Aktivierung von Freiflächen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen, die die Arbeit von STÄDTE OHNE HUNGER als Beispielprojekt urbaner Landwirtschaft so besonders macht“, erklärt Giseke.

Sie ist fasziniert vom persönlichen Engagement und dem Wirkungsfeld von Hans Dieter Temp, den sie im Sommer 2012 während seines Aufenthalts in Berlin kennengelernt hat.

Über eine Einladung zur International Conference on Urban Agriculture (ICUA) in Casablanca im Februar/März 2013 hat sich die Gelegenheit eröffnet, die Arbeit von STÄDTE OHNE HUNGER zu präsentieren und einen Austausch zu intensivieren.

„Über die von Hans Dieter Temp realisierten Projekte der Gemeinschaftsgärten, Schulgärten, Gewächshäuser und das Kleinbauernprojekt zeigt sich, wie urbane Nahrungssysteme in der Praxis funktionieren können. Dies erfolgt hierin über die Förderung von Austauschprozessen zwischen den Stoffkreisläufen, über die Stimulierung von sozialer Teilhabe und Inklusion, über die Vermittlung ökonomischer Strategien zur Einkommensgenerierung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte, über die Aktivierung von Brachflächen sowie über Armutsbekämpfung. Die Praxis von STÄDTE OHNE HUNGER repräsentiert sich so auch als Lernfeld für wissenschaftliche Konzeptualisierungen urbaner Landwirtschaft“, erklärt die Wissenschaftlerin.

 

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Thomas Hock

Geschäftsführender Gesellschafter der My Virtual Family Office GmbH

Das Berufsleben begann für den in München geborenen Thomas Hock in der Finanzmetropole Frankfurt mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann. Im Anschluss absolvierte er ein Studium der Betriebswirtschaft in München, das durch Aufenthalte in London und New York City ergänzt und durch ein Traineeprogramm im Private Banking verfeinert wurde.

Früh erkannte Hock die Bedeutung der ganzheitlichen Vermögensbetreuung, weshalb er sich berufsbegleitend an der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel zum Finanzökonom ausbilden und als Certified Financial Planner® (CFP) bestätigen ließ. Nach Stationen im Konzern der Bayerischen Vereinsbank/HypoVereinsbank, bei Sal. Oppenheim und im Bankhaus M.M.Warburg & CO ist Thomas Hock seit 2017 geschäftsführender Gesellschafter der My Virtual Family Office GmbH.

Ehrenamtlich organisiert Hock unter anderem für die finanzebs, den Alumniverein der ebs, Informationsreisen für Gruppen von 20 CFP’s, um die Investitionsstandorte deutscher Unternehmen, aber auch Investitionsräume deutscher Anleger kennen zu lernen.

In Vorbereitung einer Informationsreise nach São Paulo im Jahr 2013 stieß Hock auf STÄDTE OHNE HUNGER. Angetan vom Konzept der Organisation besuchte er daher mit der Gruppe von Finanzspezialisten zwei Gemeinschaftsgärten. Hock war von der Arbeit und der Einsatzfreude von Hans Dieter Temp beeindruckt. „Mit geringen Mitteln einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen zu erreichen, ist phantastisch“, erklärte er während des Besuchs.

„Man merkt sofort, dass sich die lokalen Produzenten durch ihre wertgeschätzte Arbeit als wichtige Stellgrößen wahrgenommen fühlen.

Aber auch die Kunden, die vor Ort erntefrische Lebensmittel für ihre Versorgung erwerben können, profitieren. Ein so nachhaltiges und vernünftiges Konzept ist dringend zu unterstützen“, führt Thomas Hock weiter aus.

 

Lea Kliem

Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)

Lea Kliem beschäftigt sich sowohl forschungspraktisch als auch ehrenamtlich mit der Entwicklung und Funktion nachhaltiger, lokaler Ernährungssysteme.

Nach ihrem Bachelorstudium in Sozialwissenschaften und Psychologie an der Jacobs University Bremen schloss Lea Kliem 2014 ihren Master in Nature, Society and Environmental Policy an der Universität Oxford ab. Anschließend sammelte sie umfangreiche Erfahrungen in der Beratung vor internationaler NGOs wie INTRAC (International NGO Training and Research Centre) in Oxford.

In der Forschung ist Lea Kliem aktuell als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) tätig. Im Rahmen ihrer laufenden Promotion untersucht sie den Beitrag gemeingutbasierter Saatgutsysteme an der sozial-ökologischen Transformation. Den Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit bildet die praxisorientierte Nachhaltigkeitsforschung im Landwirtschafts- und Ernährungsbereich. Ihr Interesse gilt der kommunalen Ernährungspolitik, der regionalen Wertschöpfung und der Förderung von urbanen Gärten.

Ehrenamtlich engagiert sich Lea Kliem für den Aufbau lokaler Ernährungsinitiativen. In den vergangenen Jahren war sie für das Good Food Oxford Network (Oxford, England) und Sustain Ontario – The Alliance for Food and Farming (Toronto, Kanada) tätig und engagiert sich nun im Berliner Ernährungsrat. Dieser setzt sich für eine zukunftsfähige, regionale Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik in Berlin und im Berliner Umland ein.

Als Sprecherin des Ernährungsrat Berlin betont sie, dass zukunftsorientierte, nachhaltige Nahrungsproduktion in urbanen Räumen ganzheitliche Ansätze benötige, die ökologische und soziale Aspekte zusammendenken. „Die Arbeit von STÄDTE OHNE HUNGER in Brasilien bietet ein Beispiel dafür, wie Einkommenssicherung, lokale Wertschöpfung, Bildung und nachhaltige Lebensmittelproduktion sinnvoll miteinander verknüpft werden können, um Lebensqualität ressourcenschonend zu steigern“, erklärt sie.

Als Beiratsmitglied stärkt Lea Kliem den fachlichen Austausch mit Akteuren des Ernährungssystems und unterstützt den Förderverein insbesondere bei der Vernetzung in der Region Berlin/Brandenburg.